Vom Ende der NeujahrsoptimierungLesedauer ca. 4 Minuten

Alle haben es schon einmal getan. Ein Jahr hat geendet und das neue stand vor der Tür. Das alte Jahr wird verflucht und im neuen Jahr soll alles besser werden, ja es soll einfach das beste Jahr überhaupt werden. Wir wollen mehr Sport machen, mehr lesen, mehr reisen und mehr lernen. Wir wollen mehr, mehr, mehr und das am besten von allem.

Vorsätze sollen nach dem Jahreswechsel alles verschlimm-bessern. Alles wird neu und toller gemacht. Das letzte Jahr war nämlich nur ok, da brauchen wir gar nicht erst drüber reden. Es gibt von nun an ein bisschen mehr Glitzer, ein bisschen mehr Druck und zack, schon sind wir ein neuer Mensch. In Realität überfrachten wir uns mit Sachen, die wir bis gestern erreicht haben müssen. Besonders in einer Gesellschaft der unendlichen Möglichkeiten und des nie genug Bekommens, wirkt es, als wären unsere Bedürfnisse nie ganz befriedigt. Allen Menschen in unserem Umfeld scheint es besser zu gehen, sie sind glücklicher, haben mehr Geld und können zum Mars fliegen. Als hätten die Menschen um uns herum eine Leichtigkeit. Eine Leichtigkeit, die immerwährendes Glück und unendlichen Erfolg bedeutet und täglich an uns vorbeigeht.

Einmal nicht hingeschaut, haben wir schon eine Liste mit hoch gesteckten Zielen aufgeschrieben. Doch die Verhaltensmuster des alten Jahres sind wieder schnell da und unser alt bekannter Freund der Schweine-hund kommt zu Besuch. Die Pläne sind nach drei Tagen schon wieder Geschichte, nein eigentlich nach zwei. Und dann ist es da. Das schlechte Gewissen tritt zur Tür hinein und setzt sich auf das Sofa. Schlechte Gedanken steigen in uns auf. Irgendwas haben wir doch vergessen. Wir haben das Gefühl versagt zu haben. Die Vorsätze stehen noch im Raum und sind so unerreichbar wie nie. Wir brabbeln ein Paar Entschuldigungsphrasen vor uns her und schieben die Vorsätze noch weiter von uns, bis sie endgültig aus der Wohnung sind. Das alte Jahr wiederholt sich und wird zu einer neuen Version, zu einem 2019 2.0.

Doch was, wenn das alte Jahr gar nicht so blöd war? Wir können die Vergangenheit und das Jahr 2019 nicht ändern. Was wir ändern können, ist die Sicht darauf. Wir können alles was war akzeptieren und annehmen. Das heißt nicht gleichzeitig, dass wir es gut finden müssen, sondern dass es so wie es war, in Ordnung ist. Unsere Gegenwart und Zukunft machen wir dadurch jedoch nicht länger abhängig. Wenn die Gedanken ständig bei den Dingen und Erfahrungen sind, die schlecht gelaufen sind, wird unser Kopf wahrscheinlich immer in der Vergangenheit sein und unsere Energie wird darauf verschwendet.

Wir haben so viel erreicht und es in ein neues Jahr geschafft, in dem jeder Tag eine neue Möglichkeit ist, etwas großartiges zu erschaffen und zu leben. Jeder Tag ist eine Chance für die Erfüllung unserer Träume und Herzenswünsche. Genau in diesem Moment, können wir erschaffen und für unsere Träume losgehen. Unser Freund der Schweinehund wird einfach nicht mehr eingeladen.

Kleine Etappenziele und Schritte mit einem Ziel zum Ende der Woche oder des Monats erreichen wir schneller. So haben wir nicht den langen Weg vor Augen und können schon heute anfangen Ziele zu erreichen und uns Wünsche zu erfüllen. Wir dürfen dabei aber nicht denken, dass wir schlecht sind, nur weil wir diese Ziele bis nächsten Dienstag nicht erreicht haben. Wenn es einmal an einem Tag drei Schritte zurück geht, können wir daraus lernen, wieder aufstehen und wachsen. Es ist kein Versagen, sondern eine Chance etwas daraus mitzunehmen. Gerade aus diesen Rückschritten können wir viel über uns selbst, unsere Träume und Vorsätze lernen.

Über den*die Autor*in
Denise Kaufmann

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