Krieg der GelassenheitLesedauer ca. 3 Minuten

© Montage: KoZ

Aus den Gedanken an den Premierentag
von Star Wars 9 – Der Aufstieg Skywalkers

Kaum aus der U-Bahn ausgestiegen, begegne ich dem ersten Jedi in seiner Robe und bewundere den jungen Mann für seinen Mut, locker schlendernd, jedoch verdrießlich dreinblickend über den Potsdamer Platz zu laufen.

Endlich! Premierentag des neuen Star Wars Films. Im Gegensatz zu Avengers: Endgame waren es diesmal statt 8 Jahren Wartezeit nur 2 Jahre in denen Erwartungen und Hoffnungen auf ein emotionales Feuerwerk geschürt wurden.

Bin, trotz anfänglichem Pessimismus gegenüber dem Abschluss des Neunteilers gespannt über den Ausgang dieser Ennealogie. Während Cola und Popcorn vor langen Schlangen verkauft werden, ist der Weg zu einem heißen Kaffee nicht weit und überlebe unbeschadet diese Prüfung.

Foto: Dirk Stefanski

Zu Beginn des Lauftextes erfolgte ein Lichtgewitter um mich herum. Die Handys wurden jedoch glücklicherweise schnell wieder weggepackt. Und mit dem üblichen kleinen Applaus der treuen Star Wars Fans, nach der ersten großen Enthüllung, ging es auch ruhig durch die knapp 140 Minuten Erzähl Wahnsinn des Disney Konzerns.

Dieser versprach mit der Übernahme von Lucasfilm im Jahr 2012 die Geschichte um die Skywalkers zu Ende zu bringen und kündigte großes an. Die 4,05 Milliarden Dollar Ausgaben wurden mit Star Wars 7,8 und den beiden Spin-Off Filmen bereits wieder eingespielt. Während George Lucas in seinem Geldspeicher schwimmt, bedient der Mäuseohrenkonzern neue und alte Fans mit schlechten Ideen in brillanter, technisch perfekter Umsetzung.

Auch dieses Mal übertraf sich J. J. Abrams mit den Effekten im Film. Dessen bewusst wurden sich die Filmemacher auch und arbeiteten mit der amerikanischen Epilepsy Foundation zusammen und gaben eine Warnung für Besucher mit erhöhtem Risiko raus.

Eine viel zu hohe Geschwindigkeit und massiv unwirklich wirkende Einschnitte in die Geschichte schadeten wohl eher diesem Universum als es geistreich voranzutreiben.

Nach knapp 60 Minuten hat der Geheimtipp des modernen Kinos ein angenehmes Tempo gefunden und eine zweite Kopfschmerztablette wird ausgelassen.

Nach langem hin und her, ein paar Lachern, aber immer noch gefesselt von dem was mir in die Hirnwindungen gefeuert wird, ist das Déjà-vu-Erlebnis aus Avengers: Endgame doch zu viel und ich schreibe den Film als kreatives Vakuum ab, genieße die letzten fantastischen Bilder und ärgere mich über eine zu hohe Anzahl an gewöhnlichen Geschichten des Blockbusterkinos. Selbst J.J. Abrams hätte gerne die Geschichte von zwei wichtigen männlichen Hauptfiguren auf eine neue Ebene gebracht. Da sitzen jedoch eventuell ein paar zwiespältigere Mächte im Todesstern als der gute Darth Vader.

Nachdem der Kaffee leer und die Blase voll ist, erinnere ich mich an meinen Freund in der Robe und an seinen Blick und bemerke wie ich mich grade fühle:
Glücklich dabei gewesen zu sein und verärgert über die emotionale Enttäuschung.

Über den*die Autor*in
Dirk Stefanski

Über den*die Autor*in

Dirk Stefanski
Dirk Stefanski

Diesen Beitrag teilen

Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on email
Email
Share on print
Ausdrucken