LiebeLesedauer ca. 5 Minuten

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Der Rabbi fragt den jungen Mann: “Warum isst du Fisch?” “Weil ich Fisch liebe!”, antwortete der junge Mann. Der Rabbi schaut verdutzt drein und sagt:”Oh, du liebst Fisch? Deshalb fängst du ihn, tötest ihn und schmeißt ihn in kochendes Wasser? Erzähl mir nicht du liebst Fisch, du liebst nur dich selbst! Der Fisch schmeckt dir, nur deswegen tötest und isst du den Fisch. Nicht aus Liebe, sondern aus Eigennutz.

Soviel von dem was wir Liebe nennen ist diese Art von “ Fisch-Liebe”, die Befriedigung eigener körperlicher oder auch emotionaler Sehnsüchte. Eine nach innen gerichtete selbstdienliche Liebe. Selbstliebe ist gesund. Jede*r liebt sich selbst. Wahre Liebe allerdings ist eine Liebe des Gebens, nicht des Nehmens. Sie ist nach außen gerichtet. Es ist so: ”Du liebst die, denen du gibst. Denn jedes mal gibst du ein kleines Stück von dir. Da nun ein Stück von dir im Anderen ist, kannst du deine naturgegebene Selbstliebe am Anderen anwenden.

Ein Teil von mir wird ein Teil von dir. Wahre Liebe.

Jetzt mal Kitsch beiseite. Beziehungen sind das wert-vollste und wichtigste Gut eines jeden Menschen. Ohne die Liebe unserer Eltern wäre keiner von uns hier. Diese Form der Liebe ist wohl die reinste Liebe von allen. Tatsächlich haben schon die alten Griechen viel über das Thema nachgedacht. Sie kannten 6:2+3 verschiedene Formen von Liebesbeziehungen. EROS ist die typische romantische Liebe. Man verliebt sich Hals über Kopf, erlebt dieses intensive Verlangen der*m Geliebten körperlich nah zu sein. Doch so schnell wie sie kommt verfliegt sie auch wieder.

STORGE entsteht meist aus einer Freundschaft heraus. Geistige Nähe, gegenseitiges Vertrauen, Kameradschaft und Stabilität zeichnen solche Beziehungen aus.

LUDUS beschreibt eine “Playboy”-Weise des Liebens. Emotional distanziert, manipulativ, kurzfristig und oberflächlich.

PRAGMA steht für eine Beziehung aus pragmatischen Gründen. Finanzielle Stabilität, soziales Ansehen und das Familienwohl stehen im Vordergrund.

MANIA ist die besitzergreifende Liebe. Schnell emotional abhängig werdend braucht dieser Liebender ständig Bestätigung des*r Anderen. Eifersucht ist ein Thema und schnell kann der manisch Liebende vergessen wie man auch alleine glücklich sein kann.

AGAPE ist die fürsorgliche, fast bedingungslose, Liebe. Diese ist besonders selbstlos und fast alles wird in Kauf genommen. Diese Form der Liebe ist eine des Kümmerns und des Gebens.

Soviel zur altgriechischen, philosophischen Sichtweise. Die Anthropologin Helen Fisher schreibt in ihrem Buch “Warum wir Lieben” über die biochemischen, hormonellen Faktoren der Liebe.

Die Anthropologin Helen Fischer schreibt in ihrem Buch “Warum wir Lieben” über die biochemischen , hormonellen Faktoren der Liebe.

Wegbereiter” werden von Testosteron dominiert. Er oder Sie ist entscheidungsfreudig, direkt, mutig und durchsetzungsfähig, eher pragmatisch aber auch hilfsbereit. Dafür aber skeptisch und kühl. “Wegbereiter” passen gut mit “Diplomaten” und “Entdeckern” zusammen.

Diplomaten” sind dank des Östrogens warm und sozial kompetent. Sie sind offen, intuitiv und vertrauensvoll. Sie leiden unter Selbstzweifeln und Melancholie sind aber die idealen Beziehungsmenschen. Mit ”Wegbereitern” und “Entdeckern” können Diplomaten am Besten.

Entdecker” sind neugierig, kreativ, optimistisch, sinnlich und intellektuell. Das Dopamin geprägte Gehirn langweilt sich allerdings auch schnell. Deswegen passen sie besonders gut mit anderen “Entdeckern” zusammen, aber auch mit” Wegbereitern” und “Diplomaten”.

Günder” sind auf Serotonin geeicht. Bodenständig, traditionell und methodisch sind diese Menschen prädestiniert für den Nestbau. Als “Gründer” respektiert man Autoritäten und ist den konservativen Werten zugeneigt. Sie sind ruhig aber leider auch langweilig. “Gründer” und andere “Gründer” gehen gut, auch gut geht´s mit “Wegbereitern” und “Diplomaten”.

Hierzu sei gesagt das alle Menschen alle Hormone ausschütten und somit immer ein Mischtyp der oben genannten Prägungen entsteht. Also z.B. 80% Diplomat und 20% Entdecker oder so ähnlich.

Liebe kann Offensichtlich rational erklärt werden und somit hilft es darüber Bescheid zu Wissen. Eine erfolgreiche Beziehung ist eine die beiden Partnern Spaß macht und ihre Leben bereichert. Trotzdem muss man auch an einer Beziehung arbeiten, richtiges kommunizieren will gelernt sein und vielleicht kann man Dank der Liebe über sich Selbst hinauswachsen und eine schlechte Angewohnheit aus Liebe ablegen oder etwas neues Lernen. Zum Thema gesunde Beziehungen wird in der Schule leider nichts gelehrt, obwohl jeder massiv davon profitiert. Falls ihr mehr über das Thema erfahren wollt schaut euch den YouTube Channel “The School of Life” an. Sich selbst besser zu verstehen hilft am meisten auch andere Leute und dann Beziehungen besser zu verstehen und das Beste daraus zu machen.

Eine Beziehung ist fast nie wie im Hollywood-Film. Das ist auch OK. Jede Beziehung ist anders denn jeder Mensch ist anders. Vergesst nicht euch selbst zu lieben. Das ist der wichtigste Grundstein des eigenen Lebensglücks, zu wissen wer oder was einen glücklich macht. Ich liebe Musik. Was liebst Du?

Über den*die Autor*in
Jerome Krüger
Redakteur -

Jerome ist Redakteur der KoZ und seit der ersten Stunde Feuer und Flamme für dieses Projekt.

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